Lichtblicke für die Zukunft

Vernetzt, individuell, emotional: Die Frankfurter Messe zeigt, dass das Potenzial der zeitgenössischen Lichtquellen bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.

Als im Januar die Ergebnisse dieses Laborversuchs des Massachusetts Institute of Technology (MIT) an die Öffentlichkeit gelangte, kam das der Verkündung einer Renaissance der überholten Lichtquelle gleich: in einem Experiment war die Lichtausbeute einer neuartigen Glühbirne unter Einsatz von Nanotechnologie um rund 40 Prozent gesteigert worden .Das überträfe alle kommerziell erhältlichen energiesparenden Alternativen. Folglich könnte die neue Glühbirne schon bald nicht nur die Energiesparlampe, sondern auch die LED ablösen, die erst vor wenigen Jahren die Lichtbranche zur Gänze revolutionierte.

Revolution und Evolution
Noch vor vier Jahren sorgte auf der Light + Building allein der Einsatz von LEDs für Aufsehen. Zwei Jahre später schon hatten sie sich zum Leuchtmittel erster Wahl etabliert, bei dem es fortan keinen industriellen Standard mehr gibt und das fortlaufend in jede erdenkliche Richtung optimiert und perfektioniert werden wird. Folgte eine Leuchte zuvor einem traditionellen Bauplan aus Gehäuse, Reflektor und Lampenschirm sowie Leuchtmittel und Fassung, wird unter Einsatz der LED-Technologie das Lampendesign nicht mehr vom technischen Aufbau mitdefiniert. Allerdings ist der bisherige Erfolg der Leuchtdiode im Wesentlichen auf ihre Wirtschaftlichkeit gegenüber anderen Leuchtmitteln zurückzuführen und weniger auf gestalterische Möglichkeiten oder ihre Lichtqualität.

Nachdem bei ihrer Entwicklung lange die Energieeffizienz an vorderster Stelle stand, werden zunehmend auch die Komfort-Eigenschaften der LED berücksichtigt. Eine individuelle Anpassungsfähigkeit und ein dadurch verbessertes Wohlbefinden mithilfe von Lichtsystemen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dabei wird nicht nur die Färbung des Lichts berücksichtigt, sondern auch dessen Streuung. Schließlich handelt es sich bei der LED um eine Punktlichtquelle, die nur mithilfe von optischen Systemen wie Linsen und Streuscheiben eine gezielte Lichtverteilung erreicht.

Digitalisierung des Lichts
Unterstützt wird eine erhöhte Lichtqualität durch vernetzte Technologien und digitale Steuerungen, die zu den treibenden Themenbereichen der gegenwärtigen Lichtbranche gehören. Immer mehr Hersteller bieten nicht nur das „richtige“ Licht, sondern Lichtmanagementsysteme, zuweilen mit entsprechender Sensorik und Software, über die personalisierte Lichteinstellungen an Farbtemperatur und Helligkeit vorgenommen werden können. Unter dem Begriff „Human Centric Lighting“ versammeln sich Produkte, die auf eine biologisch wirksame Beleuchtung zur Regulierung des Tag-Nacht-Rhythmus und eine positive Auswirkung auf die Gesundheit setzen. LED-Leuchtsysteme können in Räumen ohne oder mit wenig Tageslicht den natürlichen Lichtverlauf simulieren und durch die Veränderung der Lichtfarbe das Nervensystem aktivieren, um zum Beispiel die Konzentrationsfähigkeit zu fördern.

Als perfekte Erweiterung der LED gilt die OLED, die zusätzliche Möglichkeiten in Aussicht stellt, die Lichtnutzung in eine digitale Umgebung einzubinden. Die organische Flächenlichtquelle strahlt ein weiches und abgeblendetes Licht ab, das eine besonders hohe Qualität der Farbwiedergabe besitzt und dem Sonnenlicht sehr nahe kommt. Im Gegensatz zur LED benötigt die OLED wegen ihrer geringen Wärmeabstrahlung keinen zusätzlichen Kühlkörper.

Same same but different
Ob und inwieweit ein entwicklungsfähiges Leuchtmittel wie der Prototyp der neuartigen Glühbirne die Lichtbranche in absehbarer Zeit aufwirbeln wird, sei erst einmal dahin gestellt. Insgesamt lässt sich aber beobachten, dass das Potenzial der derzeit auf dem Markt vorhandenen Lichtquellen bei weitem noch nicht ausgereizt ist und die Entwicklung im Wesentlichen in eine Richtung tendiert: Energieeffizienz und eine schöne Lichtqualität müssen nicht mehr zwingend im Widerspruch stehen. Dazu mehr in der kommenden Woche.

(Katharina Horstmann)

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